QUERSCHNITTSSTUDIE
Querschnittsstudie
Selbst umsetzbar

Schlechter Schlaf mit Tau-Protein-Ablagerungen bei genetisch gefährdeten älteren Erwachsenen verbunden

In einer Studie mit 120 kognitiv gesunden älteren Erwachsenen zeigten diejenigen mit Alzheimer-Risikogenen, die mehr nächtliche Wachphasen hatten, höhere Tau-Protein-Spiegel in Gehirnregionen, in denen die Alzheimer-Pathologie typischerweise beginnt.

Was die Forscher untersucht haben

Wissenschaftler verfolgten Schlafmuster und körperliche Aktivität bei 120 kognitiv gesunden älteren Erwachsenen mithilfe von am Handgelenk getragenen Sensoren und maßen dann die Tau-Protein-Spiegel in ihren Gehirnen mit PET-Scans. Sie konzentrierten sich auf Gehirnregionen, in denen die Alzheimer-Pathologie typischerweise zuerst beginnt (Braak-Stadien I-II), und untersuchten, ob die Beziehungen unterschiedlich waren, je nachdem, ob die Teilnehmer das APOE ε4-Gen trugen oder bereits Amyloid-Plaques hatten.

Was sie über den Schlaf herausfanden

Menschen, die nachts häufiger aufwachten (gemessen als Wachzeit nach Schlafbeginn), hatten höhere Tau-Protein-Spiegel, aber nur, wenn sie das APOE ε4-Risiko-Gen trugen oder bereits Amyloid-Plaques in ihren Gehirnen hatten. Bei Menschen ohne diese Risikofaktoren zeigte sich kein Zusammenhang zwischen nächtlichen Wachphasen und Tau-Spiegeln.

Eine überraschende Erkenntnis über Bewegung

Die Beziehung zwischen körperlicher Aktivität und Tau war paradox: Bei Menschen mit Amyloid-Plaques war mehr körperliche Aktivität mit höheren Tau-Spiegeln verbunden. Bei Menschen ohne Amyloid war mehr Aktivität jedoch mit niedrigeren Tau-Spiegeln verbunden. Dies deutet darauf hin, dass die Reaktion des Gehirns auf Bewegung unterschiedlich sein kann, je nachdem, ob die Alzheimer-Pathologie bereits begonnen hat.

Was das für Sie bedeutet

Schlafstörungen können besonders schädlich für Menschen mit höherem genetischen Risiko oder für diejenigen sein, die bereits frühe Amyloid-Veränderungen aufweisen. Diese Studie war jedoch ein beobachtender Schnappschuss zu einem bestimmten Zeitpunkt und keine Langzeitstudie, sodass sie nicht beweisen kann, dass schlechter Schlaf zu Tau-Ablagerungen führt. Die widersprüchlichen Ergebnisse zur körperlichen Aktivität heben hervor, dass allgemeine Lebensstilempfehlungen möglicherweise nicht für alle gleich gelten – individuelle Risikofaktoren könnten entscheidend sein.

Wichtige Einschränkungen

Da es sich um eine Querschnittsstudie handelte (ein Zeitpunkt), kann sie nicht beweisen, dass Schlafprobleme oder körperliche Aktivität die Tau-Veränderungen verursacht haben – die Beziehung könnte in beide Richtungen gehen. Darüber hinaus umfasste die Studie nur kognitiv gesunde Personen, sodass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Menschen zutreffen, die bereits Gedächtnisprobleme haben.

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