Schützende Genvarianten verzögern den Beginn von Alzheimer bei APOE4-Trägern
Zwei PLCG2-Genvarianten verzögerten den Beginn von Alzheimer bei Trägern des APOE ε4, einem wichtigen genetischen Risikofaktor, während eine TREM2-Variante den Krankheitsbeginn in dieser Gruppe beschleunigte.
Was wurde untersucht?
Forscher analysierten genetische und klinische Daten aus der FinnGen-Biobank und der UK Biobank, um zu untersuchen, wie Varianten in den Genen PLCG2 und TREM2 das Alter des Beginns der Alzheimer-Krankheit beeinflussen. Sie konzentrierten sich insbesondere auf Personen, die das APOE ε4-Allel tragen, den stärksten bekannten genetischen Risikofaktor für Alzheimer mit spätem Beginn.
Was wurde gefunden?
Zwei PLCG2-Genvarianten (P522R und 3'UTR) waren unabhängig mit einem späteren Beginn von Alzheimer assoziiert, auch bei Personen, die eine Kopie des APOE ε4-Allel tragen. Träger der PLCG2-P522R-Variante wiesen zudem signifikant erhöhte Werte des Hormons Ghrelin in ihrem Blut auf. Im Gegensatz dazu erlebten APOE ε4-Träger mit der TREM2-R62H-Variante ein früheres Alter des Krankheitsbeginns.
Was bedeutet das?
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Genvarianten im TREM2-PLCγ2-Immun-Signalweg das Alzheimer-Risiko modifizieren können, selbst bei Personen mit einer genetischen Prädisposition. Die Entdeckungen könnten letztendlich helfen, Personen mit unterschiedlichen Risikostufen zu identifizieren und auf neue therapeutische Ziele in immunbezogenen Signalwegen hinzuweisen, obwohl diese Forschung noch in einem frühen Beobachtungsstadium ist.
Einschränkung
Diese Studie identifiziert genetische Assoziationen, beweist jedoch nicht, dass diese Varianten direkt die beobachteten Unterschiede im Krankheitsbeginn verursachen, und die biologischen Mechanismen erfordern weitere Untersuchungen.