Kanadische Alzheimer-Patienten erhalten Tausende von Behandlungskombinationen gegen Agitation
Eine Überprüfung der Behandlungsunterlagen von 23.732 kanadischen Alzheimer-Patienten ergab eine extreme Variabilität in der Handhabung von Agitation, wobei die Patienten zwischen 500 und 2.000 verschiedenen Medikamentenkombinationen erhielten.
Was wurde untersucht?
Forscher analysierten die Behandlungsunterlagen von fast 24.000 kanadischen Patienten mit Alzheimer-bedingter Agitation, um zu verstehen, wie Ärzte dieses herausfordernde Symptom managen. Sie verfolgten die Medikamentenverwendung von 2011 bis 2023 anhand von öffentlichen Krankenversicherungsansprüchen.
Was wurde gefunden?
Unter 23.732 Patienten verschrieben Ärzte zwischen 500 und 2.000 verschiedenen Medikamentenkombinationen über verschiedene Behandlungsversuche hinweg. Das am häufigsten verwendete Medikament war Trazodon (ein Antidepressivum), hatte jedoch auch eine der niedrigsten Raten von Patienten, die bei der Medikation blieben. Als die Patienten mehr Behandlungen versuchten, stieg die Wahrscheinlichkeit, in die Langzeitpflege zu wechseln, von 24 % nach der ersten Behandlung auf 54 % nach der vierten.
Was bedeutet das?
Die enorme Vielfalt der Behandlungsansätze deutet darauf hin, dass es keinen klaren Standard für das Management von Agitation bei Alzheimer gibt, wahrscheinlich weil in den meisten Ländern keine Medikamente speziell für dieses Symptom zugelassen sind. Das Muster, durch mehrere Medikamente zu wechseln, bevor eine Langzeitpflegeeinweisung erfolgt, verdeutlicht die Schwierigkeiten, mit denen sowohl Patienten als auch Angehörige konfrontiert sind, wenn sich Verhaltenssymptome verschärfen.
Einschränkung
Die Studie verfolgte nur, welche Medikamente verschrieben wurden, nicht ob sie einzelnen Patienten tatsächlich halfen oder welche Nebenwirkungen sie verursachten.