Studie findet frühe toxische Tau-Formen im Gedächtnisnetzwerk des Gehirns, bevor sich Tangles bilden
Forscher untersuchten postmortales Gehirngewebe von Alzheimer-Patienten und fanden heraus, dass lösliche 'Pretangle'-Tau-Agregate, die möglicherweise toxischer als Tangles sind, bereits in Gedächtnisregionen ab Braak-Stadium III akkumulieren.
Was untersucht wurde
Forscher analysierten postmortales Gehirngewebe aus drei Regionen des Default Mode Network (DMN) – dem Gedächtnis- und Selbstreflexionskreis des Gehirns – bei Teilnehmern der Rush Religious Orders Study. Sie verwendeten spezialisierte Antikörper, um 'Pretangle'-Tau zu erkennen und zu quantifizieren, das sind lösliche Tau-Agregate, die sich bilden, bevor die bekannten neurofibrillären Tangles erscheinen.
Was gefunden wurde
Die Studie entdeckte Pretangle-Tau-Pathologie – einschließlich abnormaler Tau-Fäden im Gehirngewebe und Einschlüssen in Neuronen – bereits ab Braak-Stadium III, einem relativ frühen Punkt im Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit. Diese Pretangle-Formen traten im frontalen Kortex, im posterioren cingulären Kortex und im Precuneus auf, alles Schlüsselzentren des Gedächtnisnetzwerks, das frühzeitig bei AD versagt.
Was das für das Verständnis von Alzheimer bedeutet
Dieses Ergebnis unterstützt die wachsende Theorie, dass lösliches Pretangle-Tau möglicherweise schädlicher für Gehirnzellen ist als die großen Tangles, auf die Ärzte traditionell fokussieren. Wenn dies bestätigt wird, könnte dies die Arzneimittelentwicklung in Richtung der gezielten Behandlung dieser früheren, toxischeren Tau-Formen anstelle der Tangles selbst verschieben. Allerdings handelt es sich hierbei um mechanistische Forschung, die Gewebe nach dem Tod untersucht – sie übersetzt sich noch nicht in neue Behandlungen.
Wichtige Einschränkungen
Diese Studie untersuchte Gehirngewebe nach dem Tod, daher kann sie nicht beweisen, dass Pretangle-Tau direkt kognitive Beeinträchtigungen verursacht – nur, dass es zusammen mit dem Fortschreiten der Krankheit vorhanden ist. Das bereitgestellte Abstract ist unvollständig, sodass vollständige statistische Ergebnisse und Details zur Stichprobengröße nicht verfügbar sind. Postmortale Studien können den dynamischen Prozess der Krankheit, wie er sich bei lebenden Patienten entfaltet, nicht erfassen.