Der Lakritzbestandteil verbessert das Gedächtnis bei Alzheimer-Mäusen, indem er mehrere Wege anspricht
In einer vierwöchigen Mäusestudie verbesserte Licochalcone A aus der Lakritz-Wurzel das Langzeitgedächtnis und reduzierte die Gehirnentzündung in einem Alzheimer-Modell, indem es den Glukosestoffwechsel, Amyloidplaques und Entzündungen gleichzeitig ansprach.
Was wurde untersucht
Forscher testeten Licochalcone A (LCA), eine natürliche Verbindung aus der Lakritz-Wurzel, an APP/PS1-Mäusen – einem genetisch veränderten Mausmodell, das Alzheimer-ähnliche Gehirnveränderungen entwickelt. Fünf Monate alte Mäuse erhielten vier Wochen lang täglich LCA-Injektionen und unterzogen sich anschließend Gedächtnistests und einer Analyse des Gehirngewebes.
Was wurde gefunden
LCA-behandelte Mäuse zeigten in zwei Standardtests (Morris-Wasserlabyrinth und neuartige Objekterkennung) signifikant verbessertes Langzeitgedächtnis. Die Gehirnanalyse ergab eine erhöhte Dendritenstamm-Dichte (die Verbindungen zwischen Gehirnzellen), einen besseren Glukosestoffwechsel, reduzierte Amyloid-beta-Plaques und niedrigere Marker für Neuroinflammation. Die Verbindung förderte auch die Produktion neuer Gehirnzellen im Hippocampus, dem Gedächtniszentrum.
Warum dies noch frühe Forschung ist
Diese Studie wurde vollständig an Mäusen und nicht an Menschen durchgeführt. Viele Verbindungen, die in Mausmodellen vielversprechend erscheinen, funktionieren bei Menschen nicht, da die Alzheimer-Krankheit beim Menschen viel komplexer ist. Die Mäuse waren auch relativ jung (fünf Monate) und erhielten nur vier Wochen lang eine Behandlung – viel kürzer als der jahrelange Verlauf der Alzheimer-Krankheit beim Menschen.
Was das für Patienten bedeutet
Während der Multi-Target-Ansatz vielversprechend ist – indem er den Glukosestoffwechsel, Plaques und Entzündungen gleichzeitig anspricht – bleibt dies Laborforschung. Bevor menschliche Studien beginnen können, müssten die Forscher sichere Dosierungen festlegen, Nebenwirkungen bewerten und bestimmen, ob die Verbindung die Blut-Hirn-Schranke des Menschen effektiv überwindet. Patienten sollten auf Grundlage dieser Studie keine Lakritzpräparate suchen; therapeutische Dosen und Formulierungen unterscheiden sich erheblich von rezeptfreien Produkten.