Die flüssigkeitsproduzierende Kammer des Gehirns vergrößert sich fortschreitend bei ALS-Patienten
MRT-Scans von 161 neu diagnostizierten ALS-Patienten zeigten eine Vergrößerung des Plexus choroideus – einer Struktur, die Rückenmarkflüssigkeit produziert – in jedem Krankheitsstadium im Vergleich zu gesunden Kontrollen.
Was die Forscher untersucht haben
Forscher verwendeten MRT-Gehirnscans, um den Plexus choroideus – eine empfindliche Struktur, die Liquor cerebrospinalis produziert und hilft, Immunreaktionen im Gehirn zu regulieren – bei 161 neu diagnostizierten ALS-Patienten und 64 gesunden Personen zu messen. Sie verfolgten, wie sich diese Struktur über die Krankheitsstadien hinweg veränderte, indem sie das King's-Staging-System verwendeten, und begleiteten 42 Patienten über die Zeit, um zu sehen, ob sie weiterhin größer wurde.
Was sie gefunden haben
Der Plexus choroideus war bei ALS-Patienten in allen Krankheitsstadien im Vergleich zu gesunden Kontrollen signifikant größer. Die Vergrößerung war fortschreitend, was bedeutet, dass sie mit dem Fortschreiten der Krankheit größer wurde. Dieses Muster galt sowohl beim Vergleich verschiedener Patienten in unterschiedlichen Stadien als auch beim Verfolgen einzelner Patienten über die Zeit.
Was das für Patienten bedeuten könnte
Diese Erkenntnis deutet darauf hin, dass die Vergrößerung des Plexus choroideus als sichtbarer Marker für das Fortschreiten der ALS auf standardmäßigen Gehirnscans dienen könnte. Da diese Struktur an der Immunkommunikation zwischen Körper und Gehirn beteiligt ist, könnte die Vergrößerung die laufenden Entzündungsprozesse widerspiegeln, die bei ALS bekannt sind. Es ist noch zu früh zu wissen, ob diese Erkenntnis helfen kann, ALS früher zu diagnostizieren oder die Behandlungsergebnisse zu verfolgen.
Was wir noch nicht wissen
Diese Studie zeigt eine Assoziation zwischen dem Fortschreiten der ALS und der Vergrößerung des Plexus choroideus, beweist jedoch nicht, dass das eine das andere verursacht. Die vollständigen Ergebnisse sind noch nicht verfügbar, einschließlich der Frage, ob die Vergrößerung mit spezifischen Entzündungsmarkern in der Rückenmarkflüssigkeit korreliert oder ob sie vorhersagen kann, wie schnell sich die Krankheit eines einzelnen Patienten entwickeln wird.