KOHORTENSTUDIE
Kohortenstudie

Das Abfallbeseitigungssystem des Gehirns ist bei Patientinnen/Patienten mit Multipler Sklerose beeinträchtigt, zeigt eine Bildgebungsstudie

Eine MRT-Studie, die 92 Patientinnen/Patienten mit schubförmiger remittierender Multipler Sklerose mit 40 gesunden Freiwilligen verglich, fand eine reduzierte Aktivität im glymphatischen System – dem Flüssigkeitsbeseitigungssystem des Gehirns – und eine Vergrößerung des Plexus choroideus, einer Flüssigkeitsproduzierenden Struktur.

Was die Forscherinnen/Forscher gemessen haben

Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler verwendeten spezialisierte MRT-Bildgebung (DTI-ALPS), um die Aktivität des glymphatischen Systems – einem Netzwerk von Flüssigkeitskanälen, das Abfallstoffe aus dem Gehirn beseitigt, hauptsächlich während des Schlafs – bei Menschen mit schubförmiger remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zu messen. Sie maßen auch das Volumen des Plexus choroideus, einer Struktur, die Liquor cerebrospinalis produziert. Die Studie umfasste 92 RRMS-Patientinnen/Patienten und 40 gesunde Kontrollen, mit Nachuntersuchungen für einige Teilnehmerinnen/Teilnehmer.

Wichtige Ergebnisse

RRMS-Patientinnen/Patienten zeigten signifikant niedrigere glymphatische Aktivität (p = 0.001) und ein größeres Volumen des Plexus choroideus (p < 0.001) im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Eine reduzierte glymphatische Funktion war mit größerem Schaden an der weißen Substanz und der Großhirnrinde sowie mit einer längeren Krankheitsdauer verbunden. Bei der Nachuntersuchung nahm das Volumen des Plexus choroideus weiterhin leicht zu, während die glymphatische Funktion stabil blieb.

Warum das wichtig ist

Diese Studie fügt Beweise hinzu, dass eine beeinträchtigte Abfallbeseitigung eine Rolle im Fortschreiten der Multiplen Sklerose spielen könnte. Das glymphatische System wird auch bei der Alzheimer-Krankheit untersucht – eine reduzierte Beseitigung wird als beitragend zur Proteinansammlung in beiden Erkrankungen angesehen. Diese Forschung ist jedoch korrelational: Sie zeigt eine Assoziation, kann aber nicht beweisen, dass eine glymphatische Beeinträchtigung MS-Schäden verursacht.

Wichtiger Kontext

Dies ist eine MS-Studie, keine Alzheimer-Forschung, obwohl beide Erkrankungen ein Interesse am glymphatischen System teilen. Die Ergebnisse sind nur beobachtend – es wurde keine Intervention getestet. Die ALPS-Bildgebungsmethode ist indirekt und relativ neu, sodass die Ergebnisse mit anderen Techniken bestätigt werden müssen.

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