KOHORTENSTUDIE
Kohortenstudie

Blutdruck über 130/90 erhöht das Schlaganfallrisiko für Menschen mit Demenz

Unter 73.130 Menschen mit Demenz, die fast vier Jahre lang beobachtet wurden, hatten diejenigen mit einem Blutdruck über 130/90 mmHg ein signifikant höheres Schlaganfallrisiko im Vergleich zu denen mit niedrigeren Werten.

Was wurde untersucht

Forscher verfolgten 73.130 Menschen mit neu diagnostizierter Demenz in Südkorea über durchschnittlich 3,6 Jahre, wobei sie ihre Blutdruckwerte und ob sie Schlaganfälle erlitten, dokumentierten. Ziel war es zu verstehen, ob der Blutdruck das Schlaganfallrisiko bei Menschen mit bereits bestehender Demenz unterschiedlich beeinflusst.

Was wurde gefunden

Das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls nahm deutlich zu, als die Blutdruckwerte 130/90 mmHg überschritten, im Vergleich zu einem Referenzbereich von 120-129/70-79 mmHg. Während der Studie hatten 4.446 Patienten (6,1%) einen Schlaganfall. Das Muster galt für die Subtypen der Alzheimer-Krankheit und der vaskulären Demenz und war besonders ausgeprägt bei jüngeren Patienten (im Alter von 40-79 Jahren).

Was es bedeutet

Dies deutet darauf hin, dass das Management des Blutdrucks auch nach einer Demenzdiagnose wichtig bleibt, da hohe Werte das Risiko eines verheerenden Schlaganfalls erhöhen können. Die Studie beweist jedoch nicht, dass eine Senkung des Blutdrucks Schlaganfälle in dieser Population verhindern wird – nur, dass höhere Werte mit mehr Schlaganfällen assoziiert waren.

Einschränkungen

Diese Beobachtungsstudie aus Korea kann keine Kausalität beweisen – sie zeigt eine Assoziation, nicht eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung. Die Forscher haben nicht getestet, ob eine aktive Senkung des Blutdrucks Schlaganfälle bei Demenzpatienten verhindern würde, was eine randomisierte kontrollierte Studie erfordern würde.

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