APOE ε4-Genvariant mit weit verbreiteter Gehirnpathologie bei ALS verbunden
In 145 obduktionsbestätigten ALS-Fällen zeigten Träger des APOE ε4-Genvariants signifikant mehr verbreitete TDP-43-Proteinablagerungen im gesamten Gehirn im Vergleich zu Nicht-Trägern.
Was wurde untersucht?
Forscher untersuchten Hirngewebe von 145 Personen, die an ALS gestorben sind, um zu verstehen, warum einige nur in motorischen Regionen Proteinablagerungen entwickeln, während andere eine weit verbreitete Gehirnbeteiligung zeigen. Sie testeten, ob der APOE ε4 genetische Variant die Verteilung von TDP-43-Proteinansammlungen bei ALS beeinflusst.
Was wurde gefunden?
Unter den 145 Obduktionsfällen hatten Patienten mit APOE ε4 signifikant mehr verbreitete TDP-43-Ablagerungen über die Großhirnrinde im Vergleich zu Nicht-Trägern, die häufiger eine auf motorische Bereiche beschränkte Pathologie zeigten. Statistische Modellierung bestätigte, dass diese Assoziation direkt und unabhängig von Alzheimer-assoziierten Amyloidablagerungen war.
Was bedeutet das?
Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass genetische Tests auf APOE ε4 helfen könnten, vorherzusagen, welche ALS-Patienten wahrscheinlich kognitive Symptome aufgrund einer weit verbreiteten Gehirnbeteiligung entwickeln, obwohl die Studie eine Korrelation und nicht eine Kausalität zeigt. Die Arbeit basiert auf Obduktionstissue und kann derzeit noch keine Behandlungsentscheidungen leiten.
Einschränkung
Die Studie zeigt nur eine Assoziation, nicht Ursache und Wirkung, und kann die biologischen Mechanismen hinter diesem Zusammenhang nicht erklären.