TIERVERSUCH
Tierstudie
Grundlagenforschung

Krebsmedikament verbessert Gedächtnis und Gehirnentzündung im Alzheimer-Mausmodell

Abemaciclib, ein von der FDA zugelassenes Brustkrebsmedikament, reduzierte die Aktivierung von Mikroglia und verbesserte das Kurzzeit- und Wiedererinnerungsvermögen bei 6- und 9-monatigen Mäusen mit menschlichen Tau-Mutationen, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen.

Was wurde untersucht

Forscher testeten, ob Abemaciclib, ein derzeit zur Behandlung von Brustkrebs zugelassenes Medikament, bei den mit Alzheimer verbundenen Gehirnveränderungen in PS19-Mäusen—einem Labor-Modell, das menschliche Tau-Protein-Mutationen trägt—helfen könnte. Das Team behandelte Mäuse im Alter von 6 und 9 Monaten und untersuchte die Gedächtnisleistung, die Gehirnentzündung und die Verbindungen zwischen Nervenzellen.

Was wurde gefunden

Die Behandlung mit Abemaciclib reduzierte die Aktivierung von Mikroglia (den Immunzellen des Gehirns) bei 6 Monate alten Mäusen und senkte teilweise die Aktivierung von Astrozyten in einer Gehirnregion. Die behandelten Mäuse zeigten sowohl mit 6 als auch mit 9 Monaten ein besseres Kurzzeit- und Wiedererinnerungsvermögen, und ihre Gehirnzellen wuchsen mehr dendritische Dornen—die winzigen Strukturen, die Neuronen bei der Kommunikation helfen. Die Vorteile schienen über ein Protein namens DYRK1A zu wirken.

Was das bedeutet

Diese Studie trägt zu den wachsenden Beweisen bei, dass Abemaciclib möglicherweise schädliche Gehirnentzündungen beruhigen und das Gedächtnis in Alzheimer-Modellen schützen könnte. Da das Medikament bereits von der FDA für Krebs zugelassen ist, könnte es potenziell schneller in klinischen Studien an Menschen getestet werden als eine völlig neue Verbindung. Allerdings können Krebsmedikamente ernsthafte Nebenwirkungen haben, und was bei Mäusen funktioniert, lässt sich oft nicht auf Menschen übertragen.

Wichtige Einschränkung

Diese Forschung wurde vollständig an Mäusen durchgeführt. Mausmodelle von Alzheimer replizieren die menschliche Krankheit nicht perfekt, und die meisten Behandlungen, die bei Tieren erfolgreich sind, scheitern in klinischen Studien an Menschen. Für dieses Medikament existieren in diesem Kontext noch keine Daten zur Sicherheit oder Wirksamkeit beim Menschen.

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