Bewegung kann das Gehirn durch spezielle Proteine schützen, die von arbeitenden Muskeln freigesetzt werden
Die hier überprüften Studien legen nahe, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für Alzheimer um 30-45 % senkt, möglicherweise durch von Muskeln freigesetzte Proteine, die Myokine genannt werden und helfen, schädliche Proteinablagerungen im Gehirn zu reduzieren und Entzündungen zu beruhigen.
Was in dieser Übersicht untersucht wurde
Forscher analysierten bestehende Studien darüber, wie Bewegung das Gehirn durch von arbeitenden Muskeln freigesetzte Proteine, die Myokine genannt werden, beeinflusst. Dazu gehören bekannte Moleküle wie BDNF (brain-derived neurotrophic factor), Irisin und Cathepsin B.
Die Verbindung zur Bewegung
Bevölkerungsstudien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Sport treiben, ein um 30-45 % geringeres Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Die Übersicht untersucht, ob die während der Bewegung freigesetzten Muskelproteine diesen schützenden Effekt erklären könnten.
Drei Wege, wie Myokine helfen könnten
Laborstudien legen nahe, dass diese Muskelproteine das Gehirn auf drei Wegen schützen könnten: durch die Reduzierung der Ansammlung schädlicher Amyloid- und Tau-Proteine, die Beruhigung von Entzündungen im Gehirn und die Stärkung der Verbindungen zwischen Gehirnzellen. Diese Ergebnisse stammen jedoch hauptsächlich aus Tierversuchen.
Was wir noch nicht wissen
Menschliche Bewegungstests haben widersprüchliche Ergebnisse gezeigt, und die Ergebnisse variieren je nach Genetik (insbesondere dem APOE-Gen), Alter und Art der Bewegung. Einige Proteine, wie IL-6, können kurzfristig hilfreich, aber potenziell schädlich bei chronischen Entzündungen sein. Wichtige Hürden sind das Überqueren der Blut-Hirn-Schranke durch diese Proteine und das Verständnis ihrer komplexen Wirkungen bei verschiedenen Menschen.
Was das für Patientinnen/Patienten bedeutet
Diese Übersicht bekräftigt, dass Bewegung eine der am besten evidenzbasierten Methoden bleibt, um das Risiko für Alzheimer zu senken, obwohl wir noch nicht vollständig verstehen, warum. Die Verwendung von Myokinen als tatsächliche Medikamente ist noch theoretisch – vorgeschlagene Ansätze wie Nanocarrier oder 'Bewegungsmimetika' wurden nicht validiert und würden Jahre der Entwicklung erfordern, bevor sie bei Patientinnen/Patienten ankommen.