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Expertenmeinung

Springende Gene in unserem Gehirn: hilfreich in der Jugend, schädlich im Alter

DNA-Elemente, die als Retrotransposons bezeichnet werden und fast die Hälfte des menschlichen Genoms ausmachen, unterstützen die Gehirnentwicklung in der Jugend, können jedoch bei Reaktivierung im Alter Entzündungen im Zusammenhang mit Alzheimer fördern.

Was sind Retrotransposons?

Retrotransposons sind DNA-Sequenzen, die sich innerhalb unseres Genoms kopieren und bewegen können. Lange als 'Junk-DNA' abgetan, machen sie tatsächlich einen großen Teil des menschlichen genetischen Materials aus und spielen aktive Rollen in der Gehirnfunktion.

Das zweischneidige Schwert

Während der Gehirnentwicklung hilft die kontrollierte Aktivierung von Retrotransposons, die Vielfalt und Flexibilität zu schaffen, die Lernen und Gedächtnis unterstützen. Mit zunehmendem Alter führt der Verlust normaler Kontrollen jedoch dazu, dass diese Elemente überaktiv werden, was Entzündungen und genomische Schäden auslöst.

Verbindung zur Alzheimer-Krankheit

Bei Alzheimer entspannen die toxischen Proteine Tau und Amyloid-beta die DNA-Verpackung, die normalerweise die Retrotransposons ruhig hält. Dies entfesselt 'Retrotransposon-Stürme', die entzündliche Signalwege (cGAS-STING) aktivieren und zur Neurodegeneration beitragen.

Potenzielle Behandlungsansätze

Forscher untersuchen Möglichkeiten, die Kontrolle über Retrotransposons wiederherzustellen, einschließlich umfunktionierter HIV-Medikamente wie Lamivudin, die das Kopieren von Retrotransposons blockieren, und Therapien, die die entzündlichen Signalwege anvisieren, die sie auslösen. Diese bleiben experimentell, stellen jedoch neuartige therapeutische Strategien dar.

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