Gemeinsames Alzheimer-Risiko-Gen könnte bei hispanischen Patienten anders wirken
Die Analyse von 17.017 Gehirnscans zeigte, dass hispanische Patienten mit dem APOE ε4 Alzheimer-Gen niedrigere Amyloidspiegel hatten als weiße Patienten mit demselben Gen, was Fragen zur Wirksamkeit von Behandlungen über ethnische Gruppen hinweg aufwirft.
Was die Forscher untersucht haben
Wissenschaftler analysierten Gehirnscans von 17.017 Teilnehmern (8,4% hispanisch, 91,6% nicht-hispanisch weiß) aus fünf Studien, um zu verstehen, ob das APOE ε4-Gen—der stärkste genetische Risikofaktor für Alzheimer—die Ansammlung von Amyloid im Gehirn bei hispanischen und weißen Populationen unterschiedlich beeinflusst.
Was sie entdeckt haben
Während das APOE ε4-Gen mit höheren Amyloidspiegeln in beiden Gruppen assoziiert war, hatten hispanische Teilnehmer mit dem Gen signifikant niedrigere Amyloidspiegel als weiße Teilnehmer mit demselben genetischen Risiko. Dieses Muster blieb auch bei Personen bestehen, die bereits einen kognitiven Rückgang zeigten.
Warum das für Patienten wichtig ist
Aktuelle von der FDA zugelassene Alzheimer-Behandlungen wie Lecanemab und Donanemab zielen auf Amyloid-Plaques im Gehirn ab. Wenn das APOE ε4-Gen Amyloid bei hispanischen Patienten unterschiedlich beeinflusst, könnten diese Anti-Amyloid-Medikamente unterschiedliche Dosierungsstrategien oder Zeitpunkte für hispanische Populationen benötigen. Die Autoren betonen, dass weitere vergleichende Forschungen notwendig sind, bevor diese Behandlungen mit Zuversicht auf hispanische Patienten angewendet werden können.
Wichtige Einschränkungen
Nur 8,4% der Teilnehmer waren hispanisch, was niedriger ist als der Anteil der hispanischen Amerikaner in der allgemeinen Bevölkerung. Die Studie konnte auch nicht bestimmen, warum dieser Unterschied besteht—ob es an anderen genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen oder unterschiedlichen biologischen Mechanismen liegt.