Blutuntersuchungen zeigen vielversprechende Ansätze für eine frühere Alzheimer-Diagnose
Eine Überprüfung von sechs aktuellen Studien ergab, dass bestimmte Blutmarker, insbesondere p-tau217, die Alzheimer-Pathologie mit einer Genauigkeit von bis zu 93 % erkennen können, was möglicherweise invasive Lumbalpunktionen ersetzen könnte.
Was in der Überprüfung untersucht wurde
Forscher analysierten sechs Studien zur diagnostischen Genauigkeit, die zwischen 2010 und 2026 veröffentlicht wurden, um zu bewerten, wie gut blutbasierte Biomarker die Alzheimer-Krankheit in ihren frühen Stadien erkennen können. Die Überprüfung konzentrierte sich darauf, ob einfache Blutuntersuchungen invasivere und teurere Methoden wie PET-Gehirnscans und die Analyse von Liquor ersetzen könnten.
Was die Evidenz zeigt
In Blut gemessene phosphorylierte Tau-Proteine – insbesondere p-tau181 und p-tau217 – zeigten durchweg eine starke diagnostische Leistung, mit Genauigkeitswerten (AUC), die bis zu 0,93 auf einer Skala erreichen, bei der 1,0 perfekt ist. Diese Marker scheinen zuverlässig genug zu sein, um die Alzheimer-Pathologie im Gehirn zu identifizieren, ohne dass eine Lumbalpunktion oder ein Gehirnscan erforderlich ist.
Was das für Patientinnen/Patienten bedeuten könnte
Wenn sie in größeren Studien validiert werden, könnte das blutbasierte Tau-Testing eine frühere Alzheimer-Diagnose schneller, kostengünstiger und weit weniger unangenehm machen als die aktuellen Methoden. Dies ist besonders wichtig, da neue Behandlungen wie Lecanemab verfügbar sind, die am besten wirken, wenn sie frühzeitig begonnen werden. In den USA und Deutschland sind diese Blutuntersuchungen noch nicht Standard in der klinischen Praxis, nähern sich jedoch der Zulassung.
Wichtige Vorbehalte
Diese Überprüfung umfasste nur sechs Studien, was eine relativ kleine Evidenzbasis für eine systematische Überprüfung darstellt. Die Tests sind außerhalb von Forschungseinrichtungen noch nicht weit verbreitet, und es bedarf weiterer Validierung in der Praxis, bevor sie etablierte diagnostische Methoden in der routinemäßigen Versorgung ersetzen können.