BEOBACHTUNGSSTUDIE
Querschnittsstudie

Die Immunzellen des Gehirns werden im Laufe des Lebens durch das Knochenmark aufgefüllt, so die Studie

Eine Studie mit 20 älteren Erwachsenen zeigt, dass Immunzellen aus dem Knochenmark kontinuierlich ins Gehirn wandern und möglicherweise im Alter vor Alzheimer schützen.

Was die Forscher untersucht haben

Wissenschaftler entwickelten eine neue Methode, um die Ursprünge von Mikroglia – den residenten Immunzellen des Gehirns – bei Menschen zu verfolgen. Durch die Analyse der einzigartigen genetischen Mutationen, die sich im Laufe der Zeit in Zellen ansammeln, konnten sie feststellen, ob diese Gehirnzellen aus der frühen Entwicklung stammten oder später durch Zellen aus dem Knochenmark ersetzt wurden. Sie untersuchten Hirngewebe von 20 älteren Personen.

Die wichtigste Entdeckung

Bei allen 20 untersuchten Personen fanden die Forscher Hinweise darauf, dass Zellen aus dem Knochenmark ins Gehirn gewandert und sich in Mikroglia verwandelt hatten. Diese aus dem Knochenmark stammenden Zellen waren nahezu identisch mit den ursprünglichen Immunzellen des Gehirns und könnten einen großen Teil der gesamten Mikroglia-Population ausmachen. Der Zustrom scheint mit dem Alter zuzunehmen.

Warum das wichtig ist

Dies stellt die lang gehegte Ansicht in Frage, dass die Immunzellen des Gehirns vor der Geburt etabliert werden und niemals ersetzt werden. Die Erkenntnis, dass das Knochenmark kontinuierlich die Immunabwehr des Gehirns verstärkt, könnte individuelle Unterschiede in der Gehirngesundheit erklären. Analysen größerer Datensätze deuten darauf hin, dass diese zelluläre Erneuerung tatsächlich vor Alzheimer schützen könnte.

Wichtiger Kontext

Dies ist ein Preprint – er hat die Begutachtung durch Fachkollegen noch nicht abgeschlossen. Die Studie ist auch mechanistische Forschung: Sie zeigt, wie das Gehirn seine Immunzellen aufrechterhält, übersetzt sich jedoch noch nicht in Behandlungen oder Präventionsstrategien. Die Stichprobengröße von 20 Personen ist bescheiden, obwohl die Ergebnisse bei allen Teilnehmern konsistent waren.

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