Thiamin und Folsäure verbessern die Kognition bei Dialysepatienten
Eine zweijährige Studie mit 215 Hämodialysepatienten ergab, dass tägliche Thiamin- und Folsäurepräparate die kognitiven Testergebnisse signifikant verbesserten und gleichzeitig kardiovaskuläre Komplikationen reduzierten.
Was wurde untersucht?
Forscher testeten, ob Thiamin (Vitamin B1) und Folsäurepräparate die kognitive Beeinträchtigung bei Patienten, die sich einer Erhaltungsdialyse unterziehen, verbessern könnten. Die Studie umfasste 215 Dialysepatienten mit kognitiven Problemen, die entweder die Vitamin-Kombination oder ein Placebo über 96 Wochen erhielten.
Was wurde gefunden?
Die Behandlungsgruppe zeigte eine signifikante Verbesserung im ADAS-Cog-Kognitionstest, wobei die Punktzahlen von 21,25 auf 15,07 Punkte (p<0,001) anstiegen, während die Placebogruppe keine wesentliche Veränderung zeigte. Die Blutwerte von Thiamin und Folsäure stiegen in der Behandlungsgruppe erheblich an, während Homocystein (ein Marker für vaskuläres Risiko) um 37% sank. Wichtig ist, dass Patienten, die die Vitamine erhielten, insgesamt weniger unerwünschte Ereignisse erlebten (31,8% vs. 62,0%) und spezifisch weniger kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Komplikationen (13,1% vs. 25,9%).
Was bedeutet das?
Diese gut gestaltete Studie legt nahe, dass einfache Vitaminergänzungen helfen können, die kognitive Funktion bei Dialysepatienten zu erhalten, einer Gruppe mit hohem Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Die Reduktion der vaskulären Komplikationen deutet darauf hin, dass die kognitiven Vorteile teilweise durch eine verbesserte vaskuläre Gesundheit erzielt werden könnten, obwohl weitere Forschung erforderlich ist, um langfristige Vorteile zu bestätigen.
Einschränkung
Die Studie beschränkte sich auf Hämodialysepatienten mit bereits beeinträchtigter Kognition, sodass unklar ist, ob diese Vitamine den kognitiven Rückgang bei gesunden Dialysepatienten verhindern oder Menschen ohne Nierenerkrankungen zugutekommen würden.