LABORSTUDIE
Tierstudie
Grundlagenforschung

Neu entdeckte RNA-Fragmente beschleunigen das Zusammenlagern von Gehirnproteinen bei Alzheimer

Forscher entdeckten, dass tRNA-Fragmente – der am stärksten gestörte RNA-Typ in Alzheimer-Gehirnen – das Zusammenlagern von Tau-Proteinen antreiben, und fanden heraus, dass das Blockieren eines spezifischen Fragments die Tau-Pathologie in Maus- und Labor-Modellen reduzierte.

Was wurde untersucht

Forscher wollten verstehen, was das Zusammenlagern von Tau-Proteinen bei Alzheimer verursacht. Sie untersuchten Gehirngewebe von Menschen, die an Alzheimer gestorben waren, studierten Mäuse, die genetisch so verändert wurden, dass sie Tau-Verklumpungen entwickeln, und testeten die Auswirkungen kleiner RNA-Moleküle in im Labor gezüchteten menschlichen Neuronen.

Was wurde gefunden

Kleine RNA-Fragmente, die tRFs genannt werden, waren der am stärksten dysregulierte Molekültyp in Alzheimer-Gehirnen. Zwei spezifische Fragmente (5'Glu CTC und 5'Gly GCC) lösten direkt die Tau-Phosphorylierung und das Zusammenlagern aus. Diese Fragmente wurden in Tau-Verklumpungen gefunden und konnten sich zwischen Neuronen ausbreiten. Das Blockieren von 5'Glu CTC reduzierte die Tau-Pathologie in den experimentellen Modellen.

Was es bedeutet

Diese Forschung offenbart einen bisher unbekannten Mechanismus, der das Zusammenlagern von Tau antreibt – eines der charakteristischen Merkmale von Alzheimer. Die Erkenntnis, dass spezifische RNA-Fragmente diesen Prozess anheizen und blockiert werden können, eröffnet einen potenziell neuen Weg für Therapien, obwohl jede Behandlung viele Jahre der Entwicklung und Tests an Menschen erfordern würde, bevor sie bei Patientinnen/Patienten eingesetzt werden könnte.

Wichtige Einschränkungen

Diese Forschung wurde an Tiermodellen und im Labor gezüchteten Zellen durchgeführt, nicht an lebenden Patientinnen/Patienten. Die Studie ist ein Preprint, der noch nicht von unabhängigen Wissenschaftlern begutachtet wurde. Ob das Blockieren dieser RNA-Fragmente bei Menschen sicher und effektiv wäre und ob es tatsächlich die Symptome verbessern würde, bleibt völlig unbekannt.

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